Invasive Ameisen in der Gemeinde Rebstein
In der Gemeinde Rebstein hat sich eine Superkolonie invasiver Tapinoma-Ameisen etabliert. Der Befall erstreckt sich nach aktuellem Kenntnisstand über rund 2,6 Hektaren. Gemeinde und Kanton haben umgehend Massnahmen eingeleitet und planen eine koordinierte Bekämpfung, um die Ausbreitung der invasiven Ameisenart zu stoppen.
Im Rahmen einer Informationsveranstaltung, von der Gemeinde Rebstein und des Kantons wurden die betroffenen Liegenschaftsbesitzenden und Anwohnenden über die aktuelle Situation und die geplanten Massnahmen informiert. Eine Verdachtsmeldung machte die Behörden im Frühjahr auf eine ungewöhnlich hohe Anzahl Ameisen aufmerksam, die als schwierig zu bekämpfen und mit rasant ansteigender Anzahl beschrieben wurden. Die darauffolgenden Untersuchungen bestätigten, dass sich eine sogenannte Superkolonie der invasiven Ameisenart in der Gemeinde Rebstein etabliert hat.
In Zusammenarbeit hat die Gemeinde und der Kanton das Ausmass dieser Superkolonie ermitteln lassen und umgehend notwendige Massnahmen eingeleitet. Alle bestehenden Nester samt Königinnen müssen eliminiert werden, damit die Superkolonie am bestehenden Standort getilgt werden kann. Darüber hinaus ist es wichtig, eine Ausbreitung oder Verschleppung an weitere Standorte zu verhindern.
Die bisherigen Untersuchungen zeigen, dass eine Fläche von rund 2.6 Hektar betroffen ist, was ca. 3.5 Fussballfelder entspricht. Angrenzend an diese Fläche ist eine Überwachungszone definiert. Weitere Abklärungen zur genauen Ausdehnung werden laufend durchgeführt.
Die Bekämpfung soll so bald wie möglich beginnen. Bei einem Befall von invasiven Ameisen, welche Superkolonien bilden, ist ein koordiniertes Vorgehen auf der gesamten betroffenen Fläche durch professionelle Schädlingsbekämpfende unerlässlich. Nur mit guter Organisation, einem durchdachten Konzept und frühzeitigen Massnahmen besteht die Chance auf eine Tilgung des Bestandes und weitere Ausbreitung zu verhindern.
Unauffällig und klein, aber mit grossen Auswirkungen
In den letzten Jahren etablieren sich immer häufiger Populationen der invasiven gebietsfremden Ameisenarten der Gattung Tapinoma (dazu gehören T. darioi, T. ibericum, T. magnum und T. nigerrimum) in der Schweiz. Diese Ameisen kommen ursprünglich aus dem südlichen Mittelmeerraum und gelten in der Schweiz als invasive Neozoen. Typischerweise bilden sie sogenannte Superkolonien mit zahlreichen kooperierenden Nestern bzw. Königinnen und Millionen von Arbeiterinnen. Die enorme Anzahl und ihr aggressives Verhalten führen zu Belästigungen und Schäden im Aussen- und Innenbereich von Gebäuden. Hat sich eine Population einmal etabliert, so ist sie schwer zu beseitigen und verursacht hohe Kosten. Ausserdem verdrängen sie einheimische Ameisen und andere Insekten.
Invasive Tapinoma-Ameisen sind klein (2–5 mm), schwarz und bewegen sich meist auffallend nervös. Zerdrückt man diese Ameisen, nimmt man einen charakteristischen Geruch nach ranzigem Öl, Nagellackentferner oder anderen Lösungsmitteln wahr. Neben ihrem aggressiven Verhalten ist auch typisch, dass in einer Ameisenstrasse unterschiedlich grosse Arbeiterinnen anzutreffen sind. Ausserdem sind sie bereits früh im Jahr aktiv und bleiben in Gebäuden über den Winter aktiv.
Die Verschleppung erfolgt häufig über Pflanzentöpfe, sowie über den Transport von Erdmaterial, Bau- und Gartenabfällen. Im Gegensatz zu einheimischen Ameisenarten bilden die invasiven Ameisen Superkolonien mit mehreren kooperierenden Nestern und Millionen Individuen, was zu erheblichen Schäden in und um Gebäude führen kann. In stark betroffenen Gebieten ist ein Aufenthalt im Freien teilweise kaum noch möglich, da sich diese Ameisen mitunter durch ihr aggressives Verhalten auszeichnen. Zudem können sie den Boden unterhöhlen, was die Stabilität beeinträchtigt und Sicherheit gefährdet.
Die Behörden rufen die Bevölkerung zu erhöhter Aufmerksamkeit auf, sowohl im eigenen Garten als auch bei der Kontrolle von neuen Topfpflanzen und bei Materialverschiebungen. Die Anwohner werden gebeten, Verdachtsfälle mit Bildern und genauem Standort rasch zu melden (armin.langenegger@rebstein.ch), um ein möglichst zeitnahes Handeln zu ermöglichen.