Evangelische Kirche

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Geschichte

1781
Innerhalb der Muttergemeinde in Marbach herrschte ein sehr gespanntes Verhältnis. In dieser wenig glücklichen Situation beschloss evangelisch Rebstein den Versuch zu unternehmen, sich von Marbach zu lösen.
Die älteste Urkunde, welche sich im Turmknopf unserer Kirche befindet und von alt. Hofschreiber Hans Konrad Graf geschrieben wurde, weist eindringlich auf den damaligen Eifer der Evangelischen von Rebstein hin und erwähnt am Schluss «dass das grosse und schöne Werk viele saure Reisen, viel Müh und Arbeit, unbeschreibliche Verdriesslichkeiten und zuletzt das schwer zu erringende Kapital gekostet habe, um die Freiheit und Vorteile einer reinen evangelischen Kirche zu erbauen und über einmal das dazu Nötige zu stiften».

1782
Mit den Baumeistern Joh. Jakob und Joh. Ulrich Haltiner aus Altstätten wurde ein Baukontrakt von 2'500.— Gulden, excl. Material, abgeschlossen. Diese wollten bereits am 3. April 1782 mit den Bauarbeiten beginnen. Zum Glück traf am 2. April der nötige Erlaubnisbrief aus Zürich ein. Die Steine kamen vom Steinbruch Härdli, welcher der Stadt St.Gallen gehörte. Dabei wurden leider auch alle restlichen Steine, die von der seinerzeitigen Burg Hardegg stammten, restlos weggeführt. Bereits am 15. Dezember 1782 konnte der Kirchenneubau eingeweiht werden. Einstweilen amtete der Pfarrer von Balgach als Verweser.

1782
Die ersten 2 Glocken sind 1750 bzw. 1782 aus der ehemaligen Giesserei Theus in Felsberg. hervorgegangen. 1. Glocke Ton e, 2.Glocke Ton g.

1784
Am 18.Oktober 1784 wählte Rebstein aus einem Dreiervorschlag Joh. Heinrich Tobler, Pfarrer in Gais, zum ersten Seelsorger. Er konnte auch das inzwischen neuerstellte Pfarrhaus beziehen.

1854
Im Sommer baute der Orgelbauer Johann Nepomuk Kiene von Langenargen (D), ein Nachkomme des berühmten Orgelbauers Franz Anton Kiene, nach Plänen der Orgel von Ebnat Kappel (1840), eine neue Orgel mit 14 Registern auf einem Manual und Pedal samt Kanzel und Empore im Chor.

1921
erfolgte durch Orgelbau Goll & Cie, Luzern ins alte Gehäuse am alten Standort ein Neubau auf pneumatischen Taschenladen mit 15 klingenden Registern auf zwei Manualen und Pedal.

1937
erfolgte eine grössere Renovation der Kirche. Dem damaligen Zeitgeist und der damaligen Kunstrichtung entsprechend wurde der relativ helle Kirchenraum stark verdunkelt und wurden wertvolle Bauteile zugedeckt. Das maserierte Orgelgehäuse wurde mit einem feldgrauen Farbanstrich versehen und verschiedene Schnitzereien wurden entfernt. Die strenge Sachlichkeit der Zeit wollte keine Wärme.

1951
Das Geläute wurde auf 4 Glocken erweitert. Sie wurden geliefert von der Giesserei H.Rüetschi AG, Aarau. 1.Glocke Ton e, 2.Glocke Ton g, neu: 3.Glocke Ton h, 4.Glocke Ton dis.

1958
Für die Kirchenvorsteherschaft war es lange Zeit Vorschrift – oder war es nur streng eingehaltene Sitte? – an den Abendmahlgottesdiensten im Frack und Zylinder zu erscheinen. Anlässlich der Wahlen von 1958 – es fand ein grosser Wechsel statt – wurde diese Vorschrift aufgehoben. Allerdings wurde dunkle Kleidung vereinbart und für die Krawatte wieder eine «Vorschrift» erlassen. Mit der Zeit wurden die Kleidervorschriften, für viele eine Nebensächlichkeit, nicht mehr beachtet.

1963
kaufte die evangelische Kirchgemeinde die ans Pfarrhaus angrenzende Liegenschaft «Sonnenhalde», welche 1830 als katholisches Schulhaus erbaut worden war und für diesen Zweck bis 1905 diente. In der Folge ging es durch verschiedene Hände und diente einige Zeit auch als Gemeindekanzlei. Der Kauf durch die Kirchgemeinde erfolgte weitgehend, um das Bild Kirche-Pfarrhaus und das ähnlich erbaute Haus Sonnenhalde als Einheit möglichst zu erhalten.

1968
wurde der Kirchgemeindesaal an die Kirche angebaut.

1979 / 1981
Renovation. Dr.B.Anderes, Kunsthistoriker, Rapperswil, Mitglied der eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege schrieb in einem Artikel: „Die Restaurierung 1979/81- ein schwieriges Unterfangen! Während der Aussenbau sein barokes Kleid wieder in voller Pracht trägt, verkörpert der Innenraum das denkmalpflegerisch unter Einbezug des Vorhandenen und zurückhaltender Wiederaufrüstung des Verschwundenen... Ich glaube aber, dass man schliesslich eine allseits befriedigende Lösung gefunden hat, welche barocke Raumhülle, klassizistische Ausstattung und Neuschöpfungen, das Gestühl von 1937, die neue Kanzel und die Leuchter zu einer überraschenden Harmonie zusammen finden lässt.
Um 1870 mochte es gewesen sein, als der Kirchenpfleger Samuel Graf zum höchsten Punkt der Orgel, zur Uhr auf dem mittleren Kranzsims hinaufstieg, um dort mit seinem Bleistift folgende Inschrift anzubringen: Gebaut im Jahre 1854, ausgebuzt 1870 von Herrn Kiene in Langenargen, Kirchenpfleger Samuel Graf. Dank einer alten Fotografie vor 1920 konnte die Schönheit der Orgel erkannt und der Weg zurück zur Originalität gewagt und durch die meisterhafte Arbeit von Restaurator Eschmann und Bildhauer Schibig zur Vollendung gebracht werden. Die Orgelfirma Kuhn wurde mit dem Bau der neuen Orgel betraut und es wurden der Grösse des Orgelgehäuses entsprechend 17 Register eingeplant. Natürlich durfte darin die Spezialität Kienes, die Viola da Gamba, nicht fehlen, dieses zarte Register romantischer Prägung, was ja eher selten in den Orgelprospekten eingebaut wird. Der Spieler kann die beachtliche Anzahl von 1154 Pfeifen zum Klingen bringen.

2004
Sanfte Renovierung

Pfarrer von 1784 bis heute
Pfr. Joh. Heinrich Tobler, von Wolfhalden 1784 – 1790
Pfr. Joh. Heinrich Müller, von Zürich 1790 – 1796
Pfr. Joh. Konr. Bänziger, von Lutzenberg 1796 – 1802
Pfr. Joh. Jakob Looser, von Kappel 1802 – 1813
Pfr. Joh. Jakob Wälli, von Nesslau 1813 – 1824
Pfr. Michael Niederer, von Lutzenberg 1824 – 1841
Pfr. Johannes Bösch, von Mogelsberg 1841 – 1848
Pfr.Ambrosius Schobinger, von St.Gallen 1848 – 1889
Pfr. Bernhard Pfaff von Basel 1889 – 1894
Pfr. Ernst Etter, von Mauren TG 1894 – 1897
Pfr. Ernst Altwegg, von Zürich und Berg TG 1897 – 1900
Pfr. Joh. Baumgartner, von Wildhaus 1900 – 1906
Pfr. Nikolaus Lieberherr, von Nesslau 1906 – 1918
Pfr. Jakob Largiadèr, von Sta.Maria GR 1918 – 1921
Pfr. Samuel Brütsch, von Büttenhard SH 1921 – 1930
Pfr. Paul Rüdt, von Kehlhof-Berg TG 1930 – 1958
Pfr. Richard Germann von Lipperswil TG 1958 - 1962
Pfr. Walter Frei von Berneck 1963 - 1971
Pfr. Heinz Bolli, von Hütten ZH u. Altdorf SH 1972 – 1984
Pfr. Paul Zoller, von Beringen SH und Basel 1984 – 2010
Pfr. Renato Tolfo, von Wattwil SG 2010 – heute

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